Der andere Weg des Design

Die Liebe zum „Schaffen“, zum Handwerk wird wiederentdeckt. Es geht nicht nur um den Entwurf von Objekten, sondern um eine klare Entscheidung, die Einnahme eines Standpunktes: Bei Design aus eigener Herstellung wird das Objekt nicht nur erdacht, sondern es wird auch der gesamte Umsetzungs- und Vertriebsprozess mitbegleitet. Indem mit der Serien- und Massenproduktion des klassischen Produktdesigns gebrochen wird, stellt Design aus Eigenherstellung eine Rückkehr zum langsamen Rhythmus der Handwerkskunst mit kleinen Stückzahlen (oder sogar Einzelstücken) dar und erfordert keine große Anfangsinvestition.

Das Ergebnis dieser Herstellungs-Philosophie sind Gegenstände, die eine Geschichte erzählen, die durch Wiederentdecken der handwerklichen Traditionen hergestellt wurden ohne dabei neue Technologien wie den 3D-Druck außen vor zu lassen. Innovative oder in jedem Fall weit von industriellen Fertigungsmethoden entfernte Prozesse, Accessoires und Möbelstücke auch für die Küche werden durch eine spannende Geschichte hinter dem Gegenstand bereichert.
So zeigen die Kreativen einer immer deutlicheren, ja sogar boomenden Bewegung, einen alternativen Weg auf, die auch Raum auf internationalen Veranstaltungen wie der Mailand Design Week vom 12. Bis 17. April einnimmt. Eine gute Anzahl unabhängiger Designern ist mit seinen Arbeiten im Pavillon Fuorisalone (www.fuorisalone.it), in den Bezirken Lambrate und Porta Romana sowie in der Fabbrica del Vapore vertreten.

Sie definieren sich gerne als Kreative, die gegen den Strom schwimmen. Andererseits „schwimmt nur ein toter Fisch mit dem Strom“. Es ist das Ergebnis von FuoriSalmone, einem Netzwerk für Designer, Firmen, Konstrukteuren und Akteuren der Branche. Im Bereich Food Design präsentiert FuoriSalmone „Experience Smell Tasting“ von Tiziana Ponzio (@Loft FUORISALMONE - Via Massimiano 25). Alles ging mit einem Experiment los, Düfte in ihre Einzelaromen zu zerlegen, woraus das Projekt „OL_factory Set“ entstanden ist: Eine Komposition aus vier Produkten zur Verkostung, die mit dem Ziel ausgewählt wurden, uns zu einem neuen Erleben der Duftaromen am Tisch zu erziehen und uns dabei zu begleiten, die Wahrnehmung und die Erinnerung dessen, was gekostet wird, zu verstärken. Das Set besteht aus: „Giglio“, „Aroma“, „Nebula“ und „Organo“.

Diese Produkte wurden von der Welt der Parfums inspiriert, um bewusst einen am Riecherlebnis orientierten Ansatz zu schaffen.
Dies ist nur ein Beispiel, wie Design aus Eigenherstellung von sich aus ein fruchtbarer Boden zum Erforschen und Experimentieren ist, weil es die Möglichkeit bietet, frei etwas zu schaffen ohne unbedingt die traditionellen Spielregeln beachten zu müssen.
Ein klares Zeichen für die Zunahme der Eigenherstellung ist die Entstehung und die vermehrte Präsenz, auch in Italien, von Veranstaltungen, die sich ausschließlich dieser Richtung des unabhängigen Designs widmen. Ein Beispiel dafür ist Source self-made design (www.sourcefirenze.it), ein junges aber etabliertes, der Eigenherstellung gewidmetes Netzwerk aus Florenz, das jedes Jahr eine Ausstellung mit internationalen Designern organisiert und in seinem vierten Jahr eine Schmiede des Lernens und der Kreativität geworden ist. Source kommt wieder zum Fuorisalone und lässt seine Designer ein Loft mit 150 m2 in der Gegend Porta Romana (Via Burlamacchi, 6) einrichten. In der Küche finden wir, unter anderem „Bordolese“ von Studio Lievito, eine Marmorvase, die in ihrem Innern ein Nudelholz beherbergt.

Das selbst hergestellte Design ist eine Philosophie zur Herstellung, wo der Designer frei mit der Verbindung von wiederentdeckter Handwerkskunst und der Verwendung neuer Technologien experimentieren kann.

Studio Lievito definiert sich als Verbindungsglied zwischen der Vergangenheit und der Zukunft: Die Wiederentdeckung des althergebrachten „Know-how“ dient der Innovation der modernen Technologie der Massenproduktion. Mit Hand bearbeitete Serienstücke und in Serie zusammengesetzte Einzelstücke entsprechen dem Bedürfnis nach einem langsamen Design, das dennoch mit den Mechanismen des heutigen Marktes Schritt halten kann.
Für Source wurde auch der Dekanter „Mezzaluna“ (Halbmond) von Codice entworfen. Je nachdem wie viel Wein sich in dem Dekanter befindet, kommen verschiedene Formen zum Vorschein, die jedes Mal eine neue Mondphase darstellen. In diesem Gegenstand vereinen sich Funktionalität und einer gewisser poetischer Sinn, die so ein einzigartiges Stück Handwerk ergeben.

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Betrachtet man die erfolgreiche Kombination Design-Handwerkskunst, so kann man interessante Varianten davon finden. Ein Beispiel ist Amaaro!, ein emilianisches Atelier, das Keramik selbst herstellt und 2012 aus der Zusammenarbeit eines Architekten und einer Malerin entstand. Der jeweils andere Hintergrund ergänzt bei der Suche nach Formen, Materialien und Farben den anderen. In der Ausstellung DIN-DESIGN IN, die von dem Designer- und Architekten-Kollektiv Promote Design (www.promotedesign.it) in einem großen Industriegebäude in Lambrate (Via Massimiano, 6) organisiert wurde, finden wir Struzzine (Kleine Strauße) von Amaaro!.
Espressotassen und Becher mit tierischen Henkeln, Strauße und Elefanten, die mit Tellern unterschiedlicher Formen aus gegossenem Ton kombiniert werden. Jedes Stück wurde von Hand hergestellt und mit Engoben unter der Glasur in verschiedenen Pastelltönen koloriert.

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Professionelle Bündnisse und mehr. Die Ausstellung TOGETHER, l’oggetto per due, kuratiert von Maria Christina Hamel, dreht sich um Designer, die sich nicht nur beruflich sondern auch privat zusammengetan haben. Diese Designerpaare entwerfen Objekte, die speziell für das Leben zu Zweit erdacht wurden und von sechs Kunsthandwerkern aus Albisola hergestellt wurden. Die Ausstellung in der Fabbrica del Vapore (2.-17. April) wird im Rahmen von Sharing Design gezeigt, einer Veranstaltung zum Thema der Eigenherstellung, der grünen Innovation und des gemeinsamen Entwerfens, die von Milano Makers (www.milanomakers.com) und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mailand initiiert und organisiert wurde.

Das diesjährige Thema der Zusammenarbeit zwischen Designern und Kunsthandwerkateliers ist eine für Paare entworfene Küche und die chronologisch letzte Etappe eines Projekts, das echte Themenkollektionen von Keramik aus Eigenherstellung hervorgebracht hat und dabei jedes Jahr eine andere Gemeinde Italiens miteinbezog.

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Ein Beispiel der ausgestellten Gegenstände? Das Teller-Set des Ateliers Veneziano+Team, das 2007 aus dem Zusammentreffen von Gianni Veneziano und Luciana Di Virgilio entstand. Ein Keramikteller-Set mit einer sich über drei Teller erstreckender Décalcomanie, die an ein Aquarell-Strich erinnert..
Veneziano bringt das Risiko für jedes Paar, in den Gewohnheitstrott des Zusammenseins zu fallen, auf den Tisch. Dieser Küchengegenstand erinnert uns daran, dass dies immer passieren kann und motiviert uns, warum auch nicht, nicht in diese Falle zu tappen und immer neue kreative Impulse in unserem Alltag zu finden.

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